Schnell abnehmen in einer Woche! Ob es funktioniert und wozu es überhaupt gut ist!


Wochenlang beobachtet man im Spiegel das zunehmende „Hüftgold“, dann ist ein Strandurlaub angesagt, und plötzlich heißt die Devise: Abnehmen, aber schnell – Abnehmtipps sind gefragt!

In nur einer Woche fit für den Strand- es funktioniert nur bedingt

Dauerhaft abnehmen ist stets eine langfristige Angelegenheit, zumindest um nachhaltig das Körpergewicht und -gefühl zu verändern. Bis die Umstellung von Ernährung und Lebensweise Früchte trägt, vergehen Monate.

Die ersten Pfunde, die jetzt purzeln, ist in Bindegewebe eingelagertes Wasser. Im Hochsommer können das bis zu zwei Kilo sein. Danach erst greift der Körper die Fettreserven an.

Für die nächsten fünf Kilo Gewichtsverlust müssen immerhin 35’000 zusätzliche Kalorien abgeleistet werden.

Es gibt zahlreiche Angebote zu Blitzdiäten wie „Fünf Kilo an sieben Tagen“. Doch ob sie seriös und ernst zu nehmen sind, ist fraglich; wer innerhalb so kurzer Zeit fünf Kilo abnehmen will (auch schnell abnehmen mit Sport ist unrealistisch), hat den Misserfolg einprogrammiert.

So müsste man für fünf Kilo Verlust an Fettgewebe täglich in der Abnehmwoche 7’000 Kalorien verbrauchen – bei einem Durchschnittswert von circa 2’200 Kalorien pro Person ein recht unrealistischer Wert: Wer schwimmt schon stramm eine Bahn nach der anderen auf und ab, ohne Pause, um dabei gerade mal etwa 600 Kalorien zu verbrauchen – und wiederholt dies gleich mehrere Male?

Ein weiteres Minus: Eine Blitzdiät und Sport passen nicht zusammen. Wer hungert, ist nicht dazu in der Lage, Sport zu machen – der Kreislauf würde bald schlappmachen.

Die andere Methode: Erreichen einer negativen Energiebilanz, indem man zu wenig isst

Schnell abnehmen in einer WocheDas bedeutet: Man nimmt weniger Nahrung auf, als der Körper für den Grundumsatz benötigt. Wer also 2000 Kalorien am Tag verbrennt, nimmt nur 1000 Kalorien auf und wird auf diese Weise garantiert abnehmen – jedoch nur zunächst und möglicherweise erst nach einigen Tagen.

Selbst wenn man alle Fettkiller kennt – in so kurzer Zeit mehrere Kilos zu verlieren, ist allenfalls beim Fasten möglich, dem Verzicht auf feste Nahrung. Wer fastet, hat jedoch andere Gründe als abzunehmen, etwa das Entschlacken oder der bewusste Verzicht auf Nahrung im Überfluss, zum Beispiel in der vorösterlichen Fastenzeit. Nach dem Fasten wird das vorige Gewicht wieder erreicht.

Es gilt: Je radikaler eine Diät, desto sicherer ist der Jojo-Effekt – die Rückkehr der Pfunde.

Von Nachteil sind zudem die mangelnden Nährstoffe. Die gesunde Mischkost wird bei Blitzdiäten oft ersetzt durch satt machende Shakes oder Suppen, außerdem werden Kartoffeldiäten propagiert, Eier-Diäten, Kohlsuppendiäten; Atkins-Diät, Learn-Diät, Trennkost – die Bandbreite ist riesig. Sie haben alle einen gemeinsamen Nenner: Sie führen durch einseitige Ernährung zu Mangel von wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen.

Wer glaubt, dies könne er durch Einnahme entsprechender Präparate wettmachen, irrt: Synthetische Vitamine etwa sind zum Teil wirkungslos, zum Teil sogar gesundheitsschädlich. Außerdem ist die Zusammensetzung – das Verhältnis einzelner Stoffe zueinander – nur in der gesunden Mischkost geradezu ideal.

Einzelne Komponenten gezielt zu dosieren und zu ersetzen, ist kaum möglich. Woran außerdem viele nicht denken: Eine extrem fettarme Ernährung kann ebenso schädlich sein.

Gute Nachricht: Zuwenig Fett ist ungesund

Fett ist nicht nur Geschmacksträger und hochwertiger Energielieferant. So können die Vitamine A und E nicht ohne Fett verstoffwechselt werden und die so wichtigen sekundäre Pflanzenstoffe fehlen völlig.

Auf tierische Fette mit gesättigten Fettsäuren kann der Körper verzichten. Doch Fettsäuren aus pflanzlichen Ölen sind unverzichtbar. Wer also das Olivenöl auf dem Salat weglässt, kann einen Teil der Vitamine in Karotte, Tomate oder Paprika gar nicht verwerten und führt dem Körper nicht die wichtigen Fettsäuren zu – ungesättigte und mehrfach gesättigte, die unter anderem für die Elastizität der Gefäße wesentlich sind.

Die Kalorien hochwertiger Pflanzenöle sollten täglich, von Lachs oder Makrele einmal in der Woche quasi mit eingerechnet werden. Das gilt auch während des Abnehmens.

Blitzdiät = sinnvoll?

Die Blitzdiät ist durchaus eine vernünftige und gesundheitsfördernde Maßnahme, wenn sie nicht zum Bekämpfen von Übergewicht eingesetzt wird, sondern zur leichten Gewichtskorrektur.

Wer im Prinzip eine Balance zwischen Ernährung und Körpergewicht dauerhaft erreicht und nur über kürzere Zeit gesündigt hat, sodass der Gürtel einengt oder die neue Jeans am Bund kneift, kann es tatsächlich innerhalb einer Woche schaffen, nach einer Woche das Gewicht zu erreichen, mit dem die Jeans wieder lockerer sitzt – sofern es sich nur um einige Pfund zu viel handelt.

Die Methode ist denkbar einfach

Süßes, Fettes und Alkohol werden ersatzlos gestrichen und die Mahlzeit stets beendet, bevor das Sättigungsgefühl eintritt. Außerdem werden viel Salat und Gemüse auf den Speiseplan gesetzt. Auch stark zuckerhaltiges Obst sollte jetzt vermieden werden.

Wer in der Kantine konsequent auf Sauce und Dessert verzichtet, die Treppe anstelle des Aufzugs nimmt, für den Arbeitsweg das Fahrrad nutzt und zwei-, bis dreimal in der Woche soviel Sport treibt, dass er ins Schwitzen gerät, kann am Ende der Woche wieder den Gürtel enger schnallen und dennoch durchatmen.

Wer Übergewicht hat und als stichhaltigen Beweis für zahllose Ess-Sünden sichtbare  Fettpölsterchen um Hüfte und Bauch mit sich trägt, braucht definitiv länger, um wieder zu einem gesunden Wohlfühlgewicht zurückzufinden und vor allem eine umfangreiche Umstellung von Ernährung und Alltagsstrukturen.

Fazit

Ist schnell abnehmen in einer Woche realistisch? Ja, aber nur für den kurzfristigen Gewichtsverlust, beispielsweise auf einen Termin hin. Aber um nachhaltig abzunehmen, bedarf es umfangreicher Maßnahmen.