Was sind eigentlich Aminosäuren und wie funktionieren sie?


Eine Formula-Diät besteht im Wesentlichen aus Proteinpulver. Proteine sind aus Aminosäuren zusammengesetzt, den Bausteinen des Lebens.

Zwei Finger, die sich treffen.

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Was genau sind Aminosäuren? Aminosäuren sind vielfältig eingebunden in komplexe Stoffwechselvorgänge. So gut wie jeder Stoffwechselvorgang wird von Aminosäuren beeinflusst. Das ist auch gar nicht verwunderlich, da es sich hier um die Grundbausteine des Lebens handelt, aus denen sich Proteine oder Eiweiße zusammensetzen.

Im Laufe der Evolution sind diese Vorgänge, bei denen sich ein Stoff bei bestimmten Bedingungen in einen anderen Stoff umwandelt, immer komplexer geworden. Beim Menschen und anderen Säugetieren, als den jüngsten Lebensformen auf diesem Planeten, sind der Stoffwechsel und die Funktion der daran beteiligten Aminosäuren am kompliziertesten. Dennoch ist es möglich, einige dieser Prozesse recht einfach darzustellen.

 

Aus gesundheitsfördernden Aminosäuren können schädliche werden und umgekehrt

Die schwefelhaltige Aminosäure Homocystein ist es aus mehreren Gründen Wert, beobachtet zu werden. Sie kann bei hohen Konzentrationen zu Gefäßschädigungen führen, Krebs begünstigen sowie möglicherweise auch an der Entstehung von Depressionen, Demenz und anderen Erkrankungen beteiligt sein.

Homocystein ist aber kein Nahrungsbestandteil! Interessanterweise ist Homocystein ein Zwischenprodukt aus dem Stoffwechsel der sehr günstigen essenziellen Aminosäure Methionin. Bestimmte Coenzyme des Vitamin B9 allerdings sind in der Lage aus Homocystein wieder Methionin zurückzugewinnen. Letzteres ist entscheidend im DNA-Stoffwechsel, da es hier möglicherweise verhindert, dass Krebs entsteht.

 

Aminosäuren-Stoffwechsel lässt Hormone entstehen

haufenweise Baumnüsse

Nüsse sind besonders reich an der Aminosäure Arginin. (Copyright: pixabay)

Ein weiterer Stoffwechsel-Komplex in dem Aminosäuren eine entscheidende Rolle spielen, betrifft die Umwandlung zu Hormonen. Tryptophan beispielsweise wird zu Serotonin und Melanin umgewandelt und wirkt daher stimmungsaufhellend sowie schlafregulierend.

Das Wachstumshormon Somatropin verhindert die Anlagerung von Fettreserven zugunsten des Aufbaus von Muskelmasse und führt zu einem inneren Antrieb, der Menschen aktiv werden lässt. Somatropin-Mangel durch die Injektion des Hormons selber zu bekämpfen ist sehr kompliziert, risikoreich und recht kostspielig.

Der Stoffwechsel der Aminosäuren

  • Arginin,
  • Glutamin
  • und Methionin

jedoch kann die körpereigene, risikolose Produktion von Somatropin anregen, um so der Fettverbrennung auf die Sprünge zu helfen und Muskelbildung zu fördern.

Essenzielle Aminosäuren wichtig zur Enzymbildung

Für den Stoffwechsel selber ist es notwendig, dass die umzuwandelnden Stoffe aufgespalten werden können. Hierfür sind kleine Proteinmoleküle – Enzyme genannt – zuständig. Für eine gesunde Verdauung ist es also unabdingbar, dass ausreichend Enzyme vorhanden sind.

Enzyme spalten allerdings nicht nur Nahrungsmittel auf, sondern auch fremde und toxische oder giftige Stoffe. Somit sichern Enzyme zudem die Funktionstüchtigkeit des Abwehrsystems.

In diesem Zusammenhang gilt generell, dass ein hohes Angebot an essenziellen sowie bedingt essenziellen Aminosäuren die Enzymaktivität steigert.

Wo findet der Stoffwechsel von Aminosäuren statt?

Der Ort, an dem die Stoffwechselvorgänge der Aminosäuren stattfinden, ist die Leber. Hier entstehen die Proteine, die das Leben ermöglichen.

Es liegt auf der Hand, dass eine Schädigung der Leber ungünstig auf den Stoffwechsel der Aminosäuren wirkt. Gleichzeitig ist es aber auch wiederum eine Aminosäure, das bereits mehrfach erwähnte Methionin, die unter anderem Leberschädigungen entgegenwirkt und damit Stoffwechselvorgänge begünstigt. Aminosäuren gehören damit also zu einem sich selbst erhaltenden System.

Lediglich drei Aminosäuren bilden hier eine Ausnahme:

Der Stoffwechsel von

findet nicht in der Leber statt, sondern in der Muskulatur. Dieser besondere Stoffwechsel hat zur Folge, dass bei Verbrennungsprozessen nicht die Muskelproteine abgebaut werden, sondern die Aminosäuren.